Überörtliche Neurologische Gemeinschaftspraxis
Multiple Sklerose
Schlaganfälle und ihre Folgen
Multiple Sklerose
Kopfschmerzen
Epilepsie
Demenzen
Muskelerkrankungen
Erkrankungen der peripheren Nerven
Carpaltunnelsyndrom
Polyneuropathien
Wirbelsäulenbedingte Nervenschäden
Schlafbezogene Erkrankungen
Schlafstörungen
Schlaf- Apnoe- Syndrom
Narkolepsie
Parasomnien
Bewegungsstörungen
Parkinson-Syndrome
Dystonien und andere Bewegungsstörungen
Nach aktuellen Stand der Wissenschaft handelt es sich bei der MS um eine Autoimmunerkrankung. D. h. das Immunsystem, welches durch Bildung von Antikörpern (AK) die Aufgabe hat vor Schäden zu schützen, bildet „fehlerhafte“ AK, die sich gegen die Myelinscheide der Nerven richten und diese durch Entzündungen schädigt. Bei Fortschreiten der Erkrankung kann es auch zu Schaden am Nerven selbst kommen. Die Erkrankung verläuft chronisch und oft in Schüben. Sie zeigt je nach betroffenem Areal im ZNS unterschiedliche Symptome.

Heutzutage stehen effektive Behandlungen zur Verfügung, die das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamen. Neben immunmodulierenden (=verändernden) und immunsupprimierenden (= unterdrückenden) Ansätzen als vorbeugende Maßnahmen (=Prophylaxe) ist eine Schubbehandlung bei neu oder wieder Auftreten von Symptomen wie Seh-, Sprach- Sprech-, oder Schluckstörungen, aber auch Lähmungen, Gang- und / oder Standstörungen aufgrund von Beeinträchtigungen des Gleichgewichtes von großer Bedeutung. Diese akuten Schübe werden mit Kortisoninfusionen behandelt.

Vor der Behandlung eines an MS erkrankten Patienten steht die Absicherung der Diagnose und der Ausschluss von anderen entzündlichen Erkrankungen des ZNS, die klinisch ähnlich in Erscheinung treten können.

Die Multiple Sklerose (MS), auch Encephalomyelitis disseminata genannt, ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), die sämtliche Bereiche des ZNS betreffen kann, sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark.

Heute weiß man, dass der Erkrankung eine Entzündung des ZNS, welche an verschiedenen (=multiplen) Stellen herdförmig zu Auflösungen der die Nerven umgebenden Schutzschicht (=Myelinscheide) zu Grunde liegt. Dadurch verändert sich die Fähigkeit der betroffenen Nerven, elektrische Impulse weiterzuleiten.

Wir bieten Ihnen in unserer Spezialsprechstunde

Diagnostik mit klinischer Untersuchung, Anwendung von standardisierten Dokumentationssystemen
elektrophysiologische Untersuchungen, z.B. die visuell evozierte Potentiale (VEP), akustischen evozierte Potentiale (AEP), somatosensible Reizleitung (evozierte Potentiale)
Veranlassung von notwendiger Bildgebung mit MRT
differenzierte auf jeden Patienten angepasste medikamentöse aber auch nicht-medikamentöse Therapie nach anerkanntem Standard
* ambulante Schubtherapie mit intravenöser hochdosierter Kortisongabe, um stationäre Krankenhausaufenthalte so selten wie möglich notwendig werden zu lassen
* Beratung und Betreuung bei schubprophylaktischen Maßnahmen
regelmäßige Nachuntersuchungen zur Erfassung einer schleichende Verschlechterung
Beratung von Patient und Angehörigen
Patientenseminare

Therapie

Bei akuten Krankheitserscheinungen kann davon ausgegangen werden, dass im ZNS Entzündungsvorgänge stattfinden. In diesen Situationen ist die Behandlung mit hochdosierten Corticoiden Mitteln die erste Wahl. Sie haben ausgeprägte entzündungshemmende Wirkung und können die Akutphase verkürzen.

Zur Reduktion der Schubhäufigkeit und um die Schwere der einzelnen Schübe zu beeinflussen werden als vorbeugende Medikamente eingesetzt, welche das Immunsystem beeinflussen.

Hier sind insbesondere die Interferone (Interferon beta-1α, Interferon beta-1β) und Glatirameracetat (GA) zu nennen. Beim Glatirameracetat handelt es sich um ein Gemisch aus Polypeptiden, welche synthetisch hergestellt werden.

Der Wirkmechanismus ist bisher nicht bekannt. Da es in seiner Zusammensetzung den Bestandteilen der Isolationsschicht der Nervenzellen ähnelt, vermindert es die Entzündungsreaktionen im ZNS.

Neben diesen medikamentösen Maßnahmen ist bei vielen Patienten eine an die Störungen angepasste und daher für jeden Patienten individuell abgestimmte regelmäßige physiotherapeutische Übungsbehandlung notwendig.

-----------------------------------------------------
----------------------------------------------------------

Aktuell stehen folgende Präparate zur Schubprophylaxe zur Verfügung

Handelsname Wirkstoff Indikation
Betaferon® IFN beta-1b Multiple Sklerose
Extavia® IFN beta-1b Multiple Sklerose
(identisch mit Betaferon)
Avonex® IFN beta-1a Multiple Sklerose
Rebif® IFN beta-1a Multiple Sklerose
CinnoVex® Biogeneric
IFN beta-1a
Multiple Sklerose

Die derzeit zur Verfügung stehenden o. g. Präparate werden per Injektion verabreicht und unterscheiden sich in Häufigkeit der Injektionen (von täglichen Injektionen bis 1 x wöchentlich, sowie der Injektionsform (unter die Haut (=subkutan) oder in tiefere Schichten in den Muskel.

Von der Pharmaindustrie sind für das kommende Jahr Präparate angekündigt, die sich z. Zt. in klinischen Studien befinden, welche als Tablette geschluckt werden können.